„Es kann mir nicht egal sein, dass meine Bücher so ein lebhaftes Echo unter den Jugendlichen in Lateinamerika gefunden haben …“, und „Der Verfolger“, eine Hommage an den berühmten Saxophonisten Charlie Parker, kann durchaus auch als „Antidrogenlektüre mal anders“ klassifiziert werden – vielleicht auch einer der vielen Gründe, warum Cortázar in einigen Bundesländern Einzug in die Schullektüre gefunden hat.
Die Entwicklung der argentinischen Prosa im 20. Jahrhundert wurde von drei Autoren entscheidend geprägt: Borges, Sábato und Cortázar. Heute gilt Julio Florencio Cortázar (* 26. August 1914, † 12. Februar 1984) als einer der bedeutendsten argentinischen Schriftsteller.
Die Parallelen des Lebens des Roman-Protagonisten Johnny Carter zum Leben Charlie Parkers sind unverkennbar. Dennoch unterscheidet Cortázar zwischen Carter und Parker und läßt den Erzähler Bruno anmerken: „Deshalb, glaube ich, mag Johnny die Blues nicht besonders …“. Charlie Parker aber, einer der Schöpfer und herausragenden Interpreten des Bebop, baute einen Großteil seines Schaffens auf dem Blues auf. Der Johnny Carter in Cortázars Roman ist in erster Linie Musiker, erst dann ein – beabsichtigtes – Bild des Charlie Parker.
Diesen Unterschied greifen das Konstantin-Kostov-Trio und Helbert Häberlin auf und lösen sich vom „naturgetreuen Bild Charlie Parker“ einfach dadurch, daß in ihrem Jazz das Saxophon gar nicht vorkommt!
Das Konstantin-Kostov-Trio, das sind
- der bulgarische Pianist Konstantin Kostov (Jahrgang 1979, klassische Ausbildung an der Musikhochschule Sofia, Jazz-Studium am Richard-Strauss-Konservatorium München, seit 2008 Lehrauftrag für Jazz-Klavier an der Hochschule für Musik und Theater in München, 1. Preis beim internationalen Wettbewerb für Komposition in Sofia, 2. Preis und Publikumspreis beim internationalen Wettbewerb Terem Crossover in St. Petersburg).
- der bulgarische Percussionist Nevyan Lenkov (Jahrgang 1978, Ausbildung klassisches Schlagwerk am Gymnasium für Musik und Kunst „P. Pipkov“, Master-Abschluß Jazz Drums am Richard-Strauss-Konservatorium München, 2. Preis und Publikumspreis beim internationalen Wettbewerb Terem Crossover in St. Petersburg),
- der georgische Kontrabassist Giorgi Makhoshvili, den auch das Landsberger Publikum bereits kennt als Mitglied des international gefeierten Kontrabassisten-Ensembles Bassiona Amorosa und als Lehrer an der Landsberger Musikschule (Jahrgang 1977, nach dem klassischen Studium am staatlichen Konservatorium Tiflis Meisterklasse-Abschluß an der Hochschule für Musik in München bei Prof. Klaus Trumpf, Jazz-Studium am Richard-Strauss-Konservatorium in München, Mitglied im United World Youth Orchestra, vielfältige Preise und Auszeichnungen als Jazz-Bassist und als klassischer Kontrabassist, gegenwärtig konzertiert er mit Bassiona Amorosa und dem Ensemble Luis Borda).