Kino

Über die Unendlichkeit

  • Roy Anderssons Blick auf das menschliche Treiben, die Lächerlichkeit und die Größe unserer Existenz.
  • R+B: Roy Andersson – K: Gergely Pálos – M: Robert Hefter – D: Ania Nova, Lesley Leichtweis Bernardi, Martin Sener, Tatiana Delaunay, Magnus Wallgren – S/D/N 2019, L: 80 Min. FSK 12

Stetig wiederkehrende Motive in diesem lakonischen Kaleidoskop aus Alltäglichem und Existenziellen sind Krieg und Zerstörung, sei es in Gestalt endloser Kolonnen von Kriegsgefangenen oder im Blick in den Führerbunker, wo desolate Gestalten das Ende erwarten. Doch da gibt es auch jene Szene, die heraussticht wegen ihrer traumhaft-entrückten Schönheit: Über dem völlig ausgebombten Köln, einer apokalyptischen Szenerie, schwebt ein Liebespaar, eng umschlungen – ein Bild, das von der Unzerstörbarkeit der Liebe erzählt. Und es gibt Momente von überraschender Leichtigkeit, etwa wenn ein paar Mädchen ganz spontan zu tanzen beginnen. Oder: ein Mann bindet seiner kleinen Tochter mitten in einem Wolkenbruch die Schuhe. Einfache Geschichten von der Absurdität des Alltags, von Leid und Vergänglichkeit und von anrührenden Glücksmomenten. Letztlich eine große Liebeserklärung an all das, was man zusammengenommen Leben nennt.