Kino

Bernadette

  • Eine Frau verschwindet, Mann und Tochter bleiben ratlos zurück.
  • R: Richard Linklater – B: Holly Gent, Vincent Palmo Jr., Richard Linklater – K: Shane F. Kelly – M: Sam Lipman – D: Cate Blanchett, Billy Crudup, Emma Nelson – USA 2019, L: 111 Min. – FSK 6
Karten erhalten Sie eine ½ Stunde vor Filmbeginn an der Theaterkasse im Foyer.

Richard Linklater ist ein Zeitarbeiter. Den Regisseur fesselt die Frage, was die Zeit mit den Menschen macht, mit Verliebten, mit Kindern und Eltern. Für sein Drama „Boyhood““ gab es 3 Golden Globes und den Oscar. Diese Langzeitstudie in Spielfilmform wurde innerhalb von zwölf Jahren gedreht. Daran knüpft sein neuer Film in gewisser Weise an: „Bernadette“ (nach dem Bestseller von Maria Semple) ist zwar in vergleichsweise wenigen Jahren entstanden, dreht sich aber ebenfalls darum, was die Zeit aus Eheleuten macht, welche Kompromisse sie einzugehen bereit sind. Im Fokus stehen die ehemalige Stararchitektin Bernadette Fox, ihr Mann, der IT-Manager Elgie, und ihre 15-jährige Tochter Bee. Die Titelheldin schläft schlecht und schottet sich ab, was man schon an der übergroßen Sonnenbrille erkennt, die sie trägt. Um dahinter zu kommen, was Bernadette den Schlaf raubt, warum sie plötzlich verschwindet und sich später allein mit einem Kajak durch gewaltige Eisschollen bewegt, müssen Vater und Tochter verstehen lernen. Auch der Zuschauer will begreifen, was mit der eigenwilligen Frau nicht stimmt. Cate Blanchett spielt die komplexe Figur mal exzentrisch und stur, stets intelligent und witzig, mal traumwandlerisch und verletzlich. Bernadettes Reise führt vom Matsch in Seattle bis ins Eis der Antarktis. Vor allem aber tief in ihre Seele, zur Architektur ihrer selbst.