Kino

1900 / Teil I: Gewalt – Macht – Leidenschaft

  • Eine Hommage an den großen Regisseur Bernardo Bertolucci, der im November 2018 verstarb.
  • R: Bernardo Bertolucci – B: Franco Arcalli, Bernado Bertolucci, Giuseppe Bertolucci - K: Vittorio Storaro – M: Ennio Morricone, Giuseppe Verdi – D: Robert de Niro, Gérard Depardieu, Dominique Sanda, Stefania Sandrelli, Donald Sutherland, Burt Lancaster, Sterling Hayden – Italien, Frankreich 1976, L: 151 Min.

Im ersten Teil einer genial angelegten Interpretation der italienischen Geschichte seit der Jahrhundertwende beschreibt der Film in faszinierenden, oftmals lyrisch inspirierten Bildern aus klassenkämpferischer Sicht die Lebensgeschichte von zwei Freunden, die auf demselben Landgut aufwachsen, der eine als Sohn der Herrschaft, der andere als Kind von Landarbeitern. Die Hauptfiguren sind Exponenten sozialer und politischer Konflikte, in denen die Rollen im Voraus verteilt und die Sympathien eindeutig zugeordnet sind. Bereits bei der Geburt ist beider Lebensziel vorgegeben: Alfredo soll Jurist und Gutsherr werden, Olmo soll ihm, wie schon sein Vater und Großvater, dienen. Beide wachsen auf dem Gut in getrennten Kreisen auf, der eine lebt als verwöhnter zukünftiger Gutsherr in feiner Kleidung in der Villa, der andere treibt sich in den Ställen und auf den Feldern des Landguts herum, vaterlos, doch unter der Obhut seines Onkels Leo. Dennoch entsteht eine  spannungsvolle Freundschaft zwischen Olmo und Alfredo. Olmo zieht 1917 in den Ersten Weltkrieg, Alfredo hat relativ ungefährdet als Offizier gedient. Der erste Weltkrieg, der erste Landarbeiterstreik Italiens sowie die Weltwirtschaftskrise führen bald zu großen Veränderungen. Olmo wird als Sozialist politisch aktiv, während Alfredo ein Bohémian wird, der den Faschismus in Gestalt des Gutsverwalters Attila verachtet.