Das fremdsprachige Theater ist hier im Stadttheater zu einer festen und ausverkauften Größe geworden. Diesmal haben wir wieder ein Shakespeare-Original für alle Freunde der englischen Theatersprache oder solcher, die es werden wollen oder sollen. „Viel Lärm um Nichts“ ist sicher neben „Twelfth Night“ („Was ihr wollt“) die bekannteste und beste der Komödien des großen Meisters. Doch in keiner geht es so temporeich her, sind so viele Paare involviert und die Mischung aus romantischer Rührseligkeit und Gelegenheiten zum Lachen so ausgewogen, wie hier. In den beiden Figuren Benedict und Beatrice zeigt Shakespeare seinem Publikum in den Komödien einmalig eine Liebe, die erst aus großer Abneigung entsteht und von der Gesellschaft rundum konstruiert wird. Es geht viel um die Verwechslung von Sein und Schein, von nothing und noting. Ritter kehren aus der Schlacht heim, der Schauplatz ist Messina auf Sizilien, Palast und Garten des Gouverneurs Leonato, eine romantische Idylle also. Das Ambiente hilft uns heute, uns auf die Verwicklungen und den sprühenden Wortwitz zu konzentrieren und verschafft so doch der Geschichte den Status einer zeitlosen Parabel. Nicht ohne Grund ist der Stoff sogar als Literaturverfilmung erfolgreich, wie man nicht zuletzt an der Filmversion von Kenneth Branagh sieht. Wenn das Ensemble zur Verfügung steht, werden wir wieder ein Gespräch mit den Akteuren nach der Vorstellung arrangieren.