Nis-Momme Stockmann ist der Shootingstar der letzten Jahre. Wettbewerbsiege und Preise errang er als Repräsentant der ganz jungen neuen Dramatik. Er verdichtet und reduziert große Themen auf Mikrokosmen des Privaten, des Persönlichen. Mag auch seine teils nüchterne Textflut nicht alle Theaterbesucher erreichen, hat es doch einen Grund, weshalb in kürzester Zeit seine Stücke an etlichen großen Häusern der deutschen Theaterlandschaft uraufgeführt wurden. Wir freuen uns, wieder einmal das Staatstheater Hannover, das früher das Staatstheater mit den meisten Gastspielen in Landsberg war, mit Stockmanns „Das blaue, blaue Meer“ zu Gast zu haben.
Die Wohnsiedlung ist schuld. Eigentlich ist Darko sich sicher, dass die Wohnsiedlung schuld ist. Eigentlich ist er sich sicher, dass er nie hier raus kommt. Gut, man kann sich umbringen – machen ja viele – aber raus kommt man nicht.
Eigentlich kann man nur saufen. Darko säuft. Er säuft sich zu. Er säuft, bis er stottert und nach Luft schnappt. Er säuft, bis sich sein Gehirn nach außen stülpt.
Da ist diese Sache passiert. Diese schreckliche Sache, über die er einfach nicht sprechen kann. Da ist die Sehnsucht nach den Sternen, die keiner versteht. Da ist Elle, mit seinen dummen Augen. Da ist Ulrike, die keine 15 ist und schon kaputt.
Aber dann ist da plötzlich dieses Mädchen, Motte. Und plötzlich scheint alles möglich.
Vordergründig scheint es nur um Jugendalkoholismus zu gehen, doch es geht um mehr. Urbane Isolation, Bildungsarmut, Hoffnungslosigkeit einer ganzen Schicht, die wir in unserer Kleinstadtidylle so gerne verdrängen, und es geht um Liebe, wenn sie möglich ist.