Eva, Christine, Leo, Rainer und Eckhard arbeiten an einem Benefiz-Abend für Afrika.
Die große Bühneshow soll einiges leisten:
Das Anliegen muss authentisch und persönlich rüberkommen. Möglichst viele Leute sollen möglichst viel Geld spenden, aber das möchte man so plump nicht sagen. Schließlich soll es um Inhalte gehen. Die Sache steht im Vordergrund. Es soll unterhaltsam sein, trotz der Bilder von hungernden Kindern. Kurzweilige Beiträge, die trotzdem die Probleme nicht vertuschen. Man braucht ein prominentes Zugpferd. Uschi Glas? Harald Schmidt? Eine Mitspielerin mit afrikanischem Migrations-Hintergrund wäre nicht schlecht. Und der mehrstimmige afrikanische Chor muss auch noch proben.
Auf dem schmalen Grad zwischen scharfzüngiger Ironisierung des Gutmenschentums, politischer Korrektheit, Engagement in der Wohlstandsgesellschaft und der ernsthaften Auseinandersetzung mit den Themen von Güterverteilung in der globalisierten Welt und moderner Ausbeutung balanciert dieses Stück von Ingrid Lausund virtuos, voll bösartigem Witz, erhellendem Humor und nackter Wahrheit. Es trifft uns und führt uns mit erlösendem Humor die eigene Betroffenheit gleich wieder vor.
Ingrid Lausund, Jahrgang 1965, studierte Schauspiel und Regie in Ulm. Anfang der 90er Jahre schrieb und inszenierte sie für das Ravensburger Theater, bevor Tom Stromberg sie für das Deutsche Schauspielhaus Hamburg entdeckte. Nach der erfolgreichen Inszenierung ihres Stückes KONFETTI! – EIN ZAUBERABEND FÜR POLITISCH VERWIRRTE, das auch in Landsberg im Herbst 2009 erfolgreich aufgeführt wurde, setzt das LTT die Auseinandersetzung mit der Autorin fort.
Es braucht ein wenig Mut zur Selbstkritik und die Fähigkeit ganz ernst über sich lachen zu können, dann ist das ein wundervolles Stück in einer einfallsreichen Inszenierung. Schon „Konfetti“ von Ingrid Lausund kam gerade bei Jugendlichen gut an!