Kino

True Warriors

  • Ein tief beeindruckender Dokumentarfilm von Ronja von Wurmb-Seibel und Niklas Schenck.
Ronja von Wurmb-Seibel und Niklas Schenk werden beide im FILMFORUM anwesend sein und stehen nach dem Film für ein Gespräch zur Verfügung.

Kabul, 11. Dezember 2014: Bei der Premiere eines Theaterstücks über Selbstmordanschläge sprengt sich ein 17 Jahre alter Junge in die Luft. Im ersten Moment klatschen einige Zuschauer – sie halten die Explosion für eine besonders realistische Szene der Inszenierung. Erst als Panik ausbricht, verstehen sie, was wirklich vor ihren Augen im Theater passiert ist. Der Dokumentarfilm „True Warriors“ erzählt die Geschichte der Schauspieler und Musiker, die an diesem Tag auf der Bühne standen. Sie wollten mit ihrem Stück über Selbstmordanschläge ein Zeichen setzen gegen den Terror, der ihre Gesellschaft zerfrisst. Jetzt sind sie selbst vor Angst gelähmt. Jemals wieder Theater spielen? Erst als der Schock der Gewalt sie ein zweites Mal trifft, entscheiden die Künstler, sich mit aller Kraft ihrer Ohnmacht entgegenzustellen. „Wenn wir aufhören, gewinnen die anderen!“ Sie radikalisieren sich künstlerisch und beginnen so, ihr Trauma zu besiegen. „True Warriors“ zeigt uns, dass wir dem Terror mehr entgegen setzen müssen als Hass und Angst. Die Regisseure Ronja von Wurmb-Seibel und Niklas Schenk haben 2013 und 2014 in Kabul gelebt und dort zwei Filme für den NDR produziert. Ihr Umzug zurück nach Deutschland, zusammen mit ihrem afghanischen Pflegesohn, fiel auf den Tag der schicksalhaften Theateraufführung. „True Warriors“ ist ihre erste abendfüllende Kinoproduktion.