Kino

The Beatles – Eight days a week

  • Sir Paul McCartney zum 75. Geburtstag!
  • R: Ron Howard – B: Mark Monroe - P: mit Unterstützung von Paul McCartney und Ringo Starr - USA / Großbritannien 2016, L: 128 Min.

Kann man in einer Dokumentation über die vier Pilzköpfe nach Hunderten von Büchern, Spiel- und Dokumentarfilmen, akribisch editierten Plattenveröffentlichungen und mehreren Comics noch Neues erzählen? Man kann: Es war eine kluge Entscheidung von Regisseur Ron Howard, in seiner Kinodokumentation “Eight Days a Week“ den Blick auf die “touring years“, also auf die erste Hälfte der Bandkarriere zu richten. Der Film stürzt sich gleich in die Beatlemania, die von den ersten Erfolgen Ende 1962 über den Durchbruch in den USA bis zu den großen Welttourneen in den Jahren 1965/ 66 reicht. Oscarpreisträger Ron Howard fängt das entwaffnend sonnige Gemüt der “Fab Four“ in zeitgenössischen Interviews und Ausschnitten von Pressekonferenzen ein, immer begleitet von der stetig zunehmenden Hysterie der Fans. In den zahlreichen Ausschnitten von Konzertauftritten nimmt er sich die Zeit, die Stücke auszuspielen. Bemerkenswert ist die Qualität des Bildmaterials: Die digital restaurierten Filmausschnitte scheinen einen in die Mitte des Konzertsaals zu tragen, während das Fotomaterial im Kinoformat eine unglaubliche Intimität suggeriert, wenn die vier Sonnyboys im Hotelzimmer chillen oder im Studio rumfeixen. Dem grenzenlosen Jubel stellt der Film aber auch die Krisen der 60er Jahre entgegen. Vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund des Attentats auf John F. Kennedy, des Vietnamkriegs und den Rassenunruhen erobern die Beatles als erste britische Band die USA.