Theater

Stück Plastik

  • Komödie von Marius von Mayenburg
  • Landestheater Tübingen
  • Alexander Marusch Regie

Michael und Ulrike sind kurz vorm Burn-Out. Die Arbeit wächst ihnen über den Kopf, die Erziehung des pubertierenden Sohnes Vincent überfordert sie und der Haushalt macht sich auch nicht von alleine. Und Serge Haulupa, Ulrikes Chef, ein erfolgreicher Konzeptkünstler, dringt mit immer neuen Anforderungen ins labile Familienidyll ein. Hilfe muss her. Und so wird eine Haushaltshilfe engagiert: Jessica Schmitt kocht, putzt, erledigt die Wäsche. Sie manikürt und pedikürt und hilft Vincent bei den Hausaufgaben, hat für alle ein offenes Ohr. Neben dem Haushalt bringt sie auch das Beziehungschaos zwischen Ulrike und Michael in Ordnung, weist dem sexuell verwirrten Vincent den Weg und wird für Ulrikes Chef zur Muse. Sie ist unverzichtbar. Aber wer ist sie eigentlich? Hat sie das schon jemand gefragt? Als Jessica Michael eine Schulter zum Anlehnen bietet, filmt Vincent das mit seiner Kamera. Es kommt zum völlig überraschenden, finalen Showdown!

Marius von Mayenburg, Jahrgang 1972, ist einer der meistgespielten Autoren der deutschen Gegenwartsdramatik. Sein jüngstes Werk „Stück Plastik“ wurde 2015 an der Schaubühne Berlin unter seiner eigenen Regie uraufgeführt. Böse kleine Dialoge voller Situationskomik zeigen die Alltags-und Wohlstandsprobleme unserer gut situierten Mittelschicht: Wie verhält man sich, wenn man plötzlich Arbeitgeber ist? Was ist noch politisch korrekt und was grenzt schon an Demütigung? Solche Fragen sind nur Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was Marius von Mayenburg in seinem neuen Werk, „Stück Plastik“, aus dem labilen Familien- und Arbeitsidyll seiner Protagonisten Ulrike und Michael herauskitzelt.