Kino

Silence

  • Martin Scorseses filmische Meditation über Religion und Glauben nach dem Roman von Endō Shūsaku.
  • R: Martin Scorsese – B: Martin Scorsese, Jay Cocks nach dem Roman von Endō Shūsaku – K: Rodrigo Prieto – M: Kim Allen Kluge & Kathryn Kluge – D: Adam Driver, Andrew Garfield, Liam Neeson, Issey Ogata – Mexiko/Taiwan/USA 2016, L: 160 Min.

1638 brechen Pater Sebastião Rodrigues und Pater Francisco Garupe von Portugal aus ins für die westliche Welt völlig abgeschottete Japan auf, um der Wahrheit hinter den undenkbaren Gerüchten nachzugehen, dass ihr berühmter Lehrer Cristóvão Ferreira seinem Glauben abgeschworen habe. Nach ihrer Ankunft erleben sie die brutale und unmenschliche Verfolgung der Christen durch die japanischen Machthaber. Angesichts der Ereignisse in einer Gesellschaft, die keine Toleranz kennt und in der der Tod an der Tagesordnung ist, stellt sich Sebastião auf seiner Reise durch das von der Gewaltherrschaft der Shōgune zerrissene Land die immerwährende Frage: Wie kann Gott zu all dem schweigen? Den gleichnamigen Roman, den Endō Shūsaku auf Basis historischer Quellen entfaltete, wollte Martin Scorsese schon seit Jahrzehnten verfilmen. Mehr als zweieinhalb Stunden dauert nun diese Passionsgeschichte, in der keine Sekunde verschwendet ist, um die Hingabe und das Ringen, den Zweifel und die Beharrlichkeit auf und ab wogen und sich brechen zu lassen wie die Flutwellen an den ertrinkenden Gefolterten.