Theater

Margarete Maultasch

  • Drama von Christoph Nußbaumeder
  • Landestheater Schwaben
  • Kathrin Mädler Regie

Vom belächelten Mädchen zur respektierten Machtpolitikerin – Margarete Maultasch, Landesfürstin von Tirol im 14. Jahrhundert, war eine frühe Angela Merkel. Und schon damals muss sie als einflussreiche Frau gegen männliche Bevormundung, die eigenen Minderwertigkeitsgefühle und sexistische Rollenklischees ankämpfen. In unruhigen Zeiten wird die pubertierende Margarete gegen ihren Willen verheiratet und auf die politische Bühne gestellt. Dort findet sie erst langsam ihren Platz, unterstützt von einem aufklärerischen, jüdischen Berater, gefährdet durch die Intrigen machthungriger Männer. Die schöne junge Frau muss sich gegen unerwünschte Liebes-Avancen ebenso wehren wie gegen politische Übergriffe. Die eigenen Lebenswünsche und Sehnsüchte haben wenig Platz. Schließlich aber gewinnt Margarete an Machtbewusstsein und führt ihr Land zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte. Bis die Pest hereinbricht und alles zerstört…

Christoph Nußbaumeder ist einer der erfolgreichsten, jungen, deutschen Dramatiker und bekannt für seine modernen Volkstheaterstücke, die sich mit unserer sozialen Realität kritisch auseinandersetzen. Seine Figuren sind psychologisch fein gezeichnet, seine Dialoge spannungsreich und lebensnah. In „Margarete Maultasch“ hat er eine mittelalterliche Herrscherin zur höchst modernen Hauptfigur eines fast klassisch anmutenden, historischen Dramas gemacht. Anders als Lion Feuchtwanger in seiner Prosaportraitierung der hässlichen Margarete, macht er aus ihr eine schöne junge Frau. Die raffinierte Mischung aus Frauenbiographie, Politthriller und Volkstheater lässt ebenso an Shakespeares Königsdramen denken, wie an Polit-Analysen à la „House of Cards“.

Nachlese zur Premiere in Memmingen https://www.augsburger-allgemeine.de/kultur/Die-Waffen-der-Frauen-id52379366.html