Kino

Manifesto

  • Die Videoinstallation von Julian Rosefeldt mit Cate Blanchett ist als Film ein Fest für die Augen.
  • R+B: Julian Rosefeldt – K: Christoph Krauss – D: Cate Blanchett – Deutschland 2016, L: 95 Min.

Die Grenzen zwischen Galerien und Kino sind immer fließender geworden. Ursprünglich war „Manifesto“ für große Kunstausstellungen in Museen geplant, wo in einem riesigen Saal auf 13 Leinwänden kurze Filme in unterschiedlichen Settings vor allem eins zeigten: Cate Blanchett. Die australische Oscarpreisträgerin schlüpfte in die unterschiedlichsten Rollen, von einer Nachrichtensprecherin, über einen Obdachlosen, eine Börsenmaklerin, eine Trauerrednerin, eine Punkerin, eine Wissenschaftlerin, bis zu einer Lehrerin. Von der Pop-Art bis zum Dogma 95: die Manifeste verschiedener Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts werden durch die verschiedenen Rollen verkörpert. “Manifesto“ greift auf die Texte von Futuristen, Dadaisten, Fluxus-Künstlern, Situationisten und anderer Künstlergruppen zurück, ebenso wie auf die Überlegungen einzelner Künstler, Architekten, Tänzer und Filmemacher. Julian Rosefeldt hat die Manifeste in brillanten Collagen zusammengefügt und so die Ideen von Claes Oldenburg, Yvonne Rainer, Kasimir Malevich, André Breton, Jim Jarmusch, Sol LeWitt und vielen mehr miteinander verbunden. In jedem Fall ist dieser Film ein ganz ungewöhnliches Erlebnis, ein Experiment, das vor allem dann beeindruckt, wenn man Lust hat, die Wandelbarkeit von Cate Blanchett in kurzen 95 Minuten vorgeführt zu bekommen.