Kino

I am not your negro OmU

  • Bei den Filmfestspielen in Berlin als Bester Dokumentarfim ausgezeichnet.
  • R: Raoul Peck – B: Raoul Peck basierend auf James Baldwins “Remember This House“ – M: Alexei Aigui – USA/Frankreich/Belgien/Schweiz 2017, L: 95 Min.

Das unvollendete Manuskript “Remenber This House” von James Baldwin (1924-1987) ist die Grundlage für Raoul Pecks filmische Collage aus Ausschnitten der Medienberichterstattung vor allem der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in der er dem weißen Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft nachspürt. Der Film ist zugleich die Biografie des Autors James Baldwin, der eine Geschichte der Rassendiskriminierung und der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung dagegen im 20. Jahrhundert anhand der Lebensgeschichten von drei Freunden aus der Bürgerrechtsbewegung erzählt. Bei den Freunden handelt es sich um den 1963 ermordeten Menschenrechtsanwalt Medgar Evers, den 1965 ermordeten Black Muslim Malcolm X und den 1968 ermordeten Baptistenpfarrer Martin Luther King. „Die Zeit dieser Leben und Tode liegt, öffentlich gesehen, zwischen 1955, als wir erstmals von Martin hörten, und 1968, als er ermordet wurde“, schrieb Baldwin in dem 1979 begonnen Manuskript „I am not your negro“ In dem eindrucksvollen Dokumentarfilm ergänzen sich James Baldwins Texte und die Bilder Raoul Pecks, die Filmausschnitte, Fotos und Nachrichtenbilder historisch und aktuell absolut kongenial. Die Reise in die Vergangenheit wird zu Konfrontation mit der Gegenwart, in der sich das weiße, liberale Amerika mit einer medialen Fantasiewelt narkotisiert, um sich so die Illusion der eigenen Unschuld zu erhalten.