Theater

Funny Girl

  • Komödie nach dem Roman von Anthony McCarten
  • Landestheater Schwaben
  • Sapir Heller Regie

Eine junge Frau zwischen Tradition und Moderne, europäischer Spaßgesellschaft und vorderasiatischer Gebetsdiktatur und ihr Versuch um Selbstbehauptung: Darum geht es in „Funny Girl“. Azime ist eine junge, moderne Londonerin und stammt aus einer traditionsbewussten kurdischen Familie. Diese ist fester Teil der kurdischen Gemeinde, der Vater betreibt ein Möbelgeschäft, in dem ausschließlich „Bagdader Barock“ verkauft wird, wie Azime diesen Stil nennt. Ihre Mutter will sie schnellstens verheiraten. Ost und West, Islam und Laizismus, Burka und bauchfrei – in Azimes beiden Welten gibt es klare Regeln, wie sie zu sein hat und was sie darf. Wie soll sie ihre beiden kulturellen Welten vereinbaren und emanzipiert und selbstbestimmt leben? Heimlich besucht sie einen Comedy-Kurs, schlüpft in eine Burka und tritt auf: Als weltweit erste muslimische Komikerin. Der Auftritt ist wie Sprengstoff. Ihre Familie ist schockiert, die englische Presse feiert sie als Sensation, im Internet hagelt es Morddrohungen. Es wird ernst. Und doch immer komischer. Und ganz anders, als man denkt.

Anthony McCarten, geboren 1961 in New Plymouth/Neuseeland, schrieb als 25-Jähriger mit Stephen Sinclair den Theaterhit „Ladies Night“. Es folgten Romane und Drehbücher (u. a. „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ basierend auf dem Leben Stephen Hawkings und „Die dunkelste Stunde“). In „Funny Girl“ feiert er die verbindende Kraft des Lachens angesichts von Hass, Intoleranz und interkulturellen Konflikten.

Die junge Israelin, Sapir Heller, kam mit 20 Jahren nach Deutschland, studierte an der August Everding Theaterakademie in München Regie und erhielt ein Stipendium der Heinrich Böll Stiftung. Sie arbeitete bereits an mehreren Häusern, mehrmals am Gorki in Berlin und ihre Inszenierung von Tuǧsal Moǧuls „Auch Deutsche unter den Opfern“ über die NSU-Morde wurde in mehreren bayerischen Städten aufgeführt.