Theater

Eines langen Tages Reise in die Nacht

  • Schauspiel von Eugene O‘Neill
  • Theater an der Ruhr
  • Roberto Ciulli Regie

Ein Tag im Leben der Familie Tyrone in den USA im Jahre 1912. James Tyrone, der Vater, war einmal ein gefeierter Schauspieler, kann seine armselige Kindheit in Irland nicht vergessen. Er tyrannisiert die Familie mit seinem unvorstellbaren Geiz, durch den bereits ein Sohn gestorben ist. Tyrones Frau, Mary, treibt das Bewusstsein dieser Schuld immer weiter in die Morphiumsucht. Sie entfremdet sich zunehmend von der Familie. Der ältere Sohn Jamie, Zyniker und Trinker, und der jüngere Sohn Edmund, Trinker und schwer krank. Das Familienleben ist geprägt von Rausch, Hassliebe und Selbstzerstörung. Ihre gemeinsame Welt eine Hölle, in der doch alle voneinander abhängig sind, ein Entkommen scheint unmöglich. Es ist die Seelenanalyse einer amerikanischen Familie. O‘Neills Drama, 1940 vollendet und auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin erst 1956 nach seinem Tode, uraufgeführt, ist stark autobiografisch. Er notiert die Erfahrungen seiner Kindheit und Jugend und beschreibt eine Realität, die von Rausch und Gewalt bestimmt ist. Und dennoch vermag er auch die bittere Komik dieser Situation anzudeuten, die der Tragik des Geschehens entspringt. Nichts, meinte Beckett, sei komischer als das Unglück. Posthum erhielt Eugene O’Neill für dieses Stück den Pulitzer-Preis sowie den Tony Award und als erster amerikanischer Dramatiker 1936 den Literaturnobelpreis.