Tanztheater

Die Schuld des Tages an die Nacht

  • Ce Que Le Jour Doit À La Nuit
  • Tanztheater/ Compagnie Hervé Koubi
  • Hervé Koubi Choreographie
  • Guillaume Gabriel Choreographische Assistenz
  • Maxime Bodson, Hamsa El Din/Kronos Quartet und Hossein Omouni Musik

Diese Choreographie ist eine Begegnung zwischen Orient und Okzident, ein Schmelztiegel aller erdenklichen Stilarten, mit der vor zwei Jahren die Neusser Tanzwochen eröffnet wurden.

Nach der gleichnamigen Novelle von Yasmina Khadra, in der ein junger Mann von einer Familie zur anderen geschickt wird, erforscht Hervé Koubi seine eigene Geschichte. „Ich fühle wie ein Orientalist des 19. Jahrhunderts, der nach Algerien kommt, um seinen Phantasien des Orients Leben einzuhauchen. Wir beginnen bewusst zu ahnen, dass

Erinnerungen und Spuren längst vergangener Generationen in uns fortleben. Ich würde gerne meine Träume Wirklichkeit werden lassen als ein in Frankreich geborenes Kind, das seine wahre Identität und die seiner Eltern erst spät entdeckt hat.“ In Algier castete Hervé 12 Tänzer, von denen noch keiner zuvor auf einer Bühne gestanden hat und erarbeitet mit ihnen ein Stück Tanztheater, das mit riesigem Erfolg durch die Welt tourt. Streetdance, Hiphop und Soufi sind das Fundament für eine Choreographie zwischen aufregender Virtuosität und spiritueller Sammlung. Mit nacktem Oberkörper, langen weißen Hosen und stilisierten, bodenlangen Lendenschurzen zelebrieren die akrobatischen Tänzer ein kämpferisches Ritual zu nordafrikanischen Klängen, die zunehmend von westlicher Musik bedrängt werden. Sound, Licht, Stoffe und athletische Körper zaubern eine ästhetische Erfahrung, in der die Seele Nordafrikas blüht.

Hervé Koubi entschied sich als promovierter Pharmazeut mit algerischen Wurzeln für eine Laufbahn als Tänzer und Choreograph und für ein Studium in Aix-Marseilles. Es folgten Studien bei Rosella Hightower am „Centre International de Danse“ in Cannes und später an der Marseiller Oper. Als Tänzer und später als Choreograph arbeitete er mit bedeutenden Künstlern wie Jean-Charles Gil, Jean-Christophe Paré, Emilio Calcagno und Barbara Sarreau und seit 1999 als Mitglied des „Centre Choréographique National de Nantes“ an „Hôtel Central“ unter Claude Brumachon und Benjamin Lamarche. Es folgten Kooperationen mit Karine Saporta vom „Centre Choréographique National de Caen Basse-Noirmandie“ und mit Thierry Smits‘ Company/Brüssel. 2000 kreierte Hervé Koubi „Le Golem“, sein erstes eigenes Werk. Alle weiteren Choreographien entstanden in Zusammenarbeit mit Guillaume Gabriel.