Theater

Die Netzwelt

  • Schauspiel von Jennifer Haley
  • Landestheater Tübingen
  • Sascha Bunge Regie

Die Netzwelt: ein digitales, optimiertes Refugium, ein verführerisches „Paradies“, in das die Kunden mit allen Sinnen eintauchen können. Ein virtueller Club, der die geheimsten Wünsche seiner Kunden wahr werden lässt. Die Grenzen zwischen realer und virtueller Identität verwischen, lösen sich auf.

Die Ermittlerin Morris will den Geschäftsmann Sims überführen, der in der virtuellen Netzwelt seinen Kunden ermöglicht, mittels anderer Identitäten ihre geheimen Fantasien auszuleben – auch die verbotenen, gewalttätigen. Dazu verhört sie auch einen seiner Kunden, Doyle, und konfrontiert ihn mit den Protokollen eines Agenten, den sie in die Netzwelt eingeschleust hat. In dieser perfekten virtuellen Welt dreht sich alles um das kleine Mädchen Iris, das von „Papa“ Sims geliebt wird. Bald wird auch die Ermittlerin selbst in den Bann der Netzwelt gezogen und die Frage nach dem richtigen Handeln im virtuellen Raum wird immer schwerer zu beantworten. Was hat Vorrang: Das Recht auf Privatsphäre oder die Notwendigkeit der Überwachung?

Jennifer Haleys mehrfach preisgekröntes Stück „The Nether“ wurde 2013 am Kirk Douglas Theatre in Los Angeles uraufgeführt und ist Psychothriller und hochaktuelles Gedankenexperiment zugleich. Was wäre, wenn wir in einer weiterentwickelten Version des Internets die perfekte Illusion erleben könnten? Realer als die Realität? Und was, wenn in dieser Netzwelt all das möglich wäre, was uns in der Realwelt verboten ist? Wäre das eine Befreiung – oder eine Gefahr?

Sascha Bunge hat für das Landestheater Tübingen bereits „Geächtet“ inszeniert, das vergangenes Frühjahr in Landsberg zu sehen war.