Kino

Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht

  • Die Heimat, die Fremde und die tausend Wege Sehnsucht dazwischen. Ein Filmbeitrag zu den Kreiskulturtagen Schnittstelle Heimat.
  • R: Edgar Reitz – B: Edgar Reitz, Gert Heidenreich – K: Gernot Roll - M: Michael Riessler - D: Jan Dieter Schneider, Antonia Bill, Maximilian Scheidt, Marita BreuerEdgar Reitz tritt (verkleidet als Bauer) höchst persönlich auf, um dem großen Gelehrten Humboldt (gespielt von Werner Herzog) den richtigen Weg zu weisen. Deutschland/Frankreich 2013/14, L: 230 Min.

In großen epischen Zeitbildern erzählt die “Chronik einer Sehnsucht“ vom beginnenden Exodus deutscher Bauern und Handwerkern: Als Mitte des 19. Jahrhunderts Hungersnöte, Armut und Willkürherrschaft die Menschen niederdrücken, wandern hunderttausende Deutsche ins ferne Südamerika. Auch Jakob aus dem Hunsrückdorf Schabbach erkennt, dass nur Träume ihn retten können. Er liest jedes Buch, dessen er habhaft werden kann, entwirft Pläne für ein abenteuerliches Leben in den Wäldern Brasiliens und beschreibt seinen Aufbruch aus seinem Heimatdorf in einem erstaunlichen Tagebuch, das nicht nur seine Geschichte und seine Gedanken wiedergibt, sondern das Lebensbild einer ganzen Zeit. Edgar Reitz hat ein magisches Kinokunstwerk geschaffen über den Abschied für immer, den Aufbruch ohne Wiederkehr, Menschen auf der Suche nach dem Glück in einer anderen Heimat. Deutsche Geschichte, eine vergessene Wahrheit, eine Geschichte von Mut und vom Glauben an die Zukunft. „Die andere Heimat“ wurde an Originalschauplätzen im Hunsrück mit großem Aufwand an Bauten und historischer Ausstattung gedreht und folgt der weltberühmt gewordenen „Heimat Trilogie“. Der Film wirft dabei wie selbstverständlich genau diese Fragen auf: die Frage nach Zugehörigkeit, Tradition und Glaube auf der einen – Freiheit der Gedanken, und was man heute in Zeiten von Globalisierung und Mobilität noch als Heimat definieren kann, auf der anderen Seite.

 Wir zeigen den Film in seiner wundervollen Länge mit einer Pause von 15 Min.