Theater

Der Gute Tod

  • Schauspiel von Wannie de Wijn
  • Metropoltheater München
Im Anschluss an die Aufführung bietet nach einer kurzen Pause Regisseur Jochen Schölch ein Gespräch zum Thema Sterbehilfe an. Er hat sich im Zusammenhang mit seiner Inszenierung umfassend mit der Thematik beschäftigt.
  • Jochen Schölch Regie
  • Butz Buse, Christoph von Friedl, Sebastian Griegel, Sophie Rogall, Lilly Forgách, Nikolaus Frei Schauspiel

Bernhard ist todkrank. Er will sein Leiden und sein Leben beenden. Am morgigen Tag um neun Uhr, selbstbestimmt, mit Hilfe seines befreundeten Arztes. Nicht anonym in einer Klinik, sondern zuhause im Kreis seiner Familie. Sein letzter Abend soll ein Fest fürs Leben, keine Totenfeier werden.

Zur Verabschiedung kommt die Familie im Haus zusammen: Bernhards Tochter, seine zwei Brüder und seine Lebensgefährtin, die vor langer Zeit auch einmal die Freundin des älteren Bruders war, was die Dinge nicht gerade einfacher macht. Während Bernhards verbleibende Lebenszeit unaufhörlich zerrinnt, versucht jeder für sich einen Weg zu finden, mit Bernhards Entschluss umzugehen. Nicht allen gelingt dies gleich gut. Erinnerungen, vergangene Zwistigkeiten, alte und neue Ängste, Zu- und Abneigungen brechen sich unter der Oberfläche des geübten Small Talks Bahn, und doch bleibt jeder Einzelne angesichts der übermächtigen Situation letztlich stumm. Nur der autistische, jüngste Bruder stellt die Fragen zum Tod, vor denen alle anderen zurückschrecken. Antworten auf diese Fragen bekommt aber auch er nicht. Nach einem langen, gemeinsamen Abend voller heiterer, humorvoller und trauriger Momente bricht langsam der Morgen an…

Wannie de Wijn, geb. 1961, hat mit „Der gute Tod“ ein nachdenkliches Stück zum Thema Sterbehilfe geschrieben, das vor allem dem Bemühen der Angehörigen nachspürt, die Entscheidung eines nahestehenden Menschen für einen selbstbestimmten Tod annehmen und aushalten zu können.