Kino

Dancing Beethoven OmU

  • Beethovens 9. Sinfonie als energetische Ballettfassung.
  • R+B: Arantxa Aguirre – K: Rafael Reparaz – Schweiz/Spanien/Japan 2016, L:80 Min.

Die utopische Idee hinter Beethovens 9. Sinfonie tritt besonders deutlich hervor, wenn ab dem vierten Satz ein Chor Schillers Gedicht “An die Freude“ anstimmt: „Freude schöner Götterfunken…! Seid umschlungen Millionen! Diesen Kuss der ganzen Welt!“ Der französische Tänzer und Choreograph Maurice Béjart (1927-2007) adaptierte Beethovens Sinfonie als aufwendige Ballettfassung, die 2014 in Tokio aufgeführt wurde. Als Leitmotiv umtanzen die Akteure aus Europa, Asien und Afrika einen großen Kreis auf der Bühne, der den Kreislauf des Lebens symbolisiert. Passend zur Botschaft kollaborieren die Künstler aus allen Teilen der Welt, die Tänzer kommen vom Béjart-Ballett in Lausanne und vom Ballett aus Tokio, die Musik stimmt das Israelische Philharmonieorchester unter Leitung von Zubin Mehta an. Der Inhalt prägt hier nicht nur die Form, sondern auch den Herstellungsprozess. Maurice Béjart: „Diese choreographische Transposition von Beethovens Werk hat keine andere Intention, keinen anderen Zweck und kein anderes Thema als die Musik selbst, die der einzige Grund ihrer Existenz ist. Es ist ein getanztes Konzert. Die Tänzer folgen der Komposition, die sich von der Angst hin zur Freude, von der Dunkelheit zum Licht entwickelt. Es ist kein Ballett im allgemein akzeptierten Sinne, sondern ein Akt tiefer menschlicher Teilnahme an einem Werk, das der gesamten Menschheit gehört.“